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Mythos Stadtteilgrenzen
Hat Oldenburg keine Stadtteile?
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Wer in Oldenburg wohnt oder hier eine Immobilie sucht, stolpert schnell über vertraute Namen: Eversten, Bürgerfelde, Ofenerdiek oder Kreyenbrück. Doch wer versucht, die genauen Grenzen dieser Stadtteile auf einer Karte nachzuziehen, merkt schnell: Die Frage nach den Oldenburger Stadtteilen ist überraschend kompliziert.
Gibt es sie nun, die eindeutigen Grenzen, oder ist alles eine Frage der Perspektive?
Lage. Lage, Lage: Das ist die Antwort auf die Frage, was den Wert einer Immobilie besonders beeinflusst. Wie würden Sie die Lage Ihrer Immobilie oder Ihres Zuhauses innerhalb der Stadt Oldenburg beschreiben (können)?
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Die offizielle Variante: Neun stumme Bezirke
Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Sache pragmatisch geregelt. Offiziell ist das Stadtgebiet in neun statistische Bezirke unterteilt. Diese Bezirke haben klare, administrativ exakt definierte Grenzen – allerdings besitzen sie keine historischen Namen, sondern sind schlicht von 1 bis 9 durchnummeriert.
Diese neun Bezirke sind zwar theoretisch wieder in Stadtteile untergliedert, doch genau hier beginnt die Unschärfe. Während in den historischen Kerngebieten der einzelnen Viertel meist Einigkeit herrscht, werden die Grenzbereiche dazwischen zur Auslegungssache. Die Oldenburger Bürgervereine und die Einwohner selbst ziehen ihre gefühlten Grenzen im Alltag oft völlig anders. Was für den einen noch zu Stadtteil X gehört, liegt für den Nachbarn bereits in Stadtteil Y.
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Die neun Bezirke (nach dem statistischen Jahrbuch der Stadt Oldenburg) und die im vorliegenden Kartenmaterial - nach dem reinzoomen - sichtbaren Viertel im Uhrzeigersinn:
- Zentrum, Dobben, Haarenesch, Bahnhofsviertel, Gerichtsviertel
(Abgrenzung zu 3 Donnerschwee etc: Bahntrasse Eisenbahnbrücke; Abgrenzung zu 4 Osternburg etc: von der Hunte bis zur Autobahn A28; Abgrenzung zu 5 Eversten etc: die Autobahn A28 bis südliche Bahnunterführung)- Innenstadt
- Nikolaiviertel
- Heiligengeistvierte
- Bahnhofviertel
- Alter Stadthafen (nördliche Hunteseite)
- Festungsgrabenviertel
- Gerichtsviertel
- Dobbenviertel
- Ziegelhof, Ehnern
(Abgrenzung zu 7 Nadorst etc: Nordtangente; Abgrenzung zu 3 Donnerschwee etc: Nadorster Straße; Abgrenzung zu 1 Innenstadt etc: Eisenbahntrasse; Abgrenzung zu 5 Eversten etc: die Autobahn A28 bis Autobahndreieck; Abgrenzung zu 6 Bürgerfelde etc: die Autobahn A28 von Autobahndreieck West Dreick Nordtangente)- Ziegelhof
- Ehnernviertel
- Johannisviertel
- Nedderend
- Bürgeresch, Donnerschwee
(Abgrenzung zu 7 Nadorst etc: Nordtangente, auf Höhe der Straße Feldkamp runter bis zur Hunte; Abgrenzung zu 4 Osternburg etc: die Hunte; Abgrenzung zu 1 Innenstadt etc: Eisenbahntrasse zwischen Eisenbahnbrücke und Pferdemarkt; Abgrenzung zu 6 Bürgerfelde etc: Eisenbahntrasse)- Donnerschwee
- Neu-Donnerschwee (früheres Kasernengelände)
- Bürgeresch
- Osternburg, Drielake
(Abgrenzung zu 3 Donnerschwee etc: die Hunte; Abgrenzung zu 8 Neuenwege etc: der Hemmelsbäker Kanal; Abgrenzung zu 9 Kreyenbrück etc: die Autobahn A28; Abrenzung zu 1 Innenstadt etc: die Hunte)- Osternburg
- Drielake
- Drielakermoor
- Ottosiedlung
- Eversten, Hundsmühler Höhe, Thomasburg, Bloherfelde, Haarentor, Wechloy
(Abgrenzung zu 9 Kreyenbrück etc: ab Autobahn A28 höhe Hunte, entlang der Hunte in Richtung Süden bis zur Stadtgrenze; Abgrenzung zu 6 Bürgerfelde etc: ist die ab Autobahn A28 bis zum Westkreuz)- Eversten
- Bodenburg
- Thomasburg
- Schramperei
- Kennedyviertel
- Bloherfelde
- Wechloy
- Haarentor
- Haarenfeld
- Bürgerfelde, Rauhehorst/Vahlenhorst, Dietrichsfeld, Alexandersfeld, Flugplatz, Ofenerdiek
(Abgrenzung zu 7 Etzhorn etc: die Autobahn A293 bis zur Nordtangente; Abgrenzung zu 1 Innenstadt etc: die A28 bis kurz hinter dem Westkreuz zur Eisenbahnunterführung)- Bürgerfelde
- Rauhehorst
- Dietrichsfeld
- Alexandersfeld
- Ofenerdiek
- Nadorst, Etzhorn, Ohmstede, Bornhorst
(Abgrenzung zu 8 Etzhorn etc: die Hunte; Abgrenzung zu 3 Donnerschwee etc: von der Hunte nach Süden bis zur Nordtangente, dann entlang der Nordtangente Richtung Westen bis zur A293)- Nadorst
- Hoheheide
- Haseln
- Etzhorn
- Moorplacken
- Kummerkamp
- Groß-Bornhorst
- Dornstede
- Lübekamp
- Kortendorf
- Bornhorst
- Klein-Bornhorst
- Waterende
- Loyerende
- Ohmstede
- Neuenwege, Kloster Blankenburg
(Abgrenzung zu Bezirk 9 Kreyenbrück; entlang der A28; Abgrenzung zu 3 Donnerschwee etc: von der Hunte nach Süden bis zur Nordtangente, dann entlang der Nordtangente Richtung Westen bis zur A293 bis Höhe Ostweg)- Neuenwege
- Blankenburg
- Kreyenbrück, Bümmerstede, Tweelbäke West, Krusenbusch, Drielaker Moor
(Abgrenzung zu 5 Eversten etc: entlang der Hunte bis zur A28; Abgrenzung zu 4 Osternburg etc: entlang der A28, Abgrenzung zu 8 Neuenwege etc: entlang der A28)- Kreyenbrück
- Tweelbäke
- Krusenbusch
- Bümmerstede
Wie viele Stadtteile hat Oldenburg denn nun? Eine Spurensuche in Zahlen
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Wer eine einfache Antwort oder eine offizielle Zahl sucht, wird in Oldenburg enttäuscht. Da es keine allgemeingültige, rechtsverbindliche Grenzziehung für die klassischen Stadtteile gibt, variiert die Anzahl der Viertel drastisch – je nachdem, aus welchem Blickwinkel man auf die Stadt schaut.
Vom behördlichen Pragmatismus über soziale Treffpunkte bis hin zur Perspektive der lokalen Wirtschaft lässt sich das Stadtgebiet auf ganz unterschiedliche Weise aufteilen:
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1. Die Perspektive der Daten:
14 abgestimmten Analyse-Gebiete
Für fundierte Analysen, Marktbeobachtungen und Befragungen benötigt man harte, belastbare Fakten. Genau hier liegt die größte Herausforderung: Ohne klare Grenzen gibt es keine präzisen Daten. Aus diesem Grund wurden 14 geografische Gebiete exakt definiert.
Diese Aufteilung ist nicht willkürlich gewählt, sondern wurde von der Stadt Oldenburg erstellt. Nur so wurde es möglich, die amtlichen geografischen und statistischen Daten punktgenau für die jeweiligen Räume zu erhalten. Aus pragmatischen Gründen mussten dabei jedoch Kompromisse eingegangen und manche Viertel zusammengefasst werden, die viele Oldenburger im Alltag als völlig eigenständig wahrnehmen.
- Ein typisches Beispiel: Kleinere Siedlungen wie das Alexandersfeld oder das neu entstehende Quartier auf dem ehemaligen Fliegerhorst besitzen historisch und gefühlt eine ganz eigene Identität. Um jedoch statistisch valide Aussagen treffen zu können, wurden sie für unsere Datenbasis logisch zusammengefasst – Alexandersfeld beispielsweise als Teil des größeren Bereichs Ofenerdiek, der Fliegerhorst integriert im Raum Bürgerfelde/Rauhehorst/Dietrichsfeld. Nur dieser pragmatische Schritt sichert wohl eine saubere und verlässliche Datengrundlage.
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2. Die Perspektive der Begegnung:
15 Stadtteilzentren der Verwaltung
Ein ganz anderer, sehr lebendiger Gradmesser für die Strukturierung der Stadt ist das soziale Netz, das die Stadtverwaltung knüpft. Um die Identität vor Ort zu stärken und kurze Wege für die Bürger zu schaffen, setzt Oldenburg auf dezentrale Anlaufstellen.
- Das Ziel der Stadt ist klar formuliert: Insgesamt 15 Stadtteilzentren sollen im gesamten Stadtgebiet etabliert werden.
- Neun dieser Zentren existieren bereits und füllen das Konzept der lokalen Gemeinschaft mit Leben. Diese Zentren orientieren sich stark an den gewachsenen Lebensräumen der Menschen und spiegeln die „gefühlten“ Stadtteile oft deutlich besser wider als die rein mathematischen, durchnummerierten Bezirke der Statistiker.
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3. Die Perspektive der Praxis:
19 Reviere der lokalen Wirtschaft
Wie fließend und pragmatisch Grenzen gezogen werden können, zeigt ein Blick in die lokale Wirtschaft – insbesondere dorthin, wo täglich jeder Winkel der Stadt angefahren werden muss. Das beste Beispiel hierfür lieferte das bekannte Oldenburger Taxi-Unternehmen 81111 (Acht-Elf-Elf).
- Für eine reibungslose Disposition und klare Tarif- oder Fahrbereichsstrukturen hatte das Unternehmen eine eigene digitale Karte auf seiner Webseite veröffentlicht, auf der das Stadtgebiet mit messerscharfen Grenzen versehen ist.
- Wer auf dieser Karte einmal ganz genau durchzählte, kam auf 19 eigenständige Stadtteile. Hier wird deutlich: Wenn es um die tägliche Praxis und schnelle Orientierung geht, weicht die Einteilung oft stark von Statistik-Räumen einer Stadtverwaltung ab und orientiert sich an Verkehrswegen, natürlichen Barrieren und gewerblichen Notwendigkeiten.
Das Fazit zur Zahlenvielfalt
Ob man Oldenburg nun in 9 administrative Bezirke,** 14 statistisch auswertbare Räume**,** 15 soziale Zentren oder 19 praktische Reviere** aufteilt: Jede dieser Einteilungen hat ihre Berechtigung und erfüllt einen ganz bestimmten Zweck. Für die Oldenburgerinnen und Oldenburger selbst bleibt der eigene Stadtteil ohnehin eine Herzensangelegenheit, die sich im Zweifelsfall nicht an Straßenkreuzungen oder amtlichen Linien festmachen lässt.
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In eigener Sache
Auch ich - Richard Heyen - bin als Bürger der Stadt Oldenburger in zweifacher Hinsicht von diesem Thema "betroffen":
- Mein Büro in 26135 Oldenburg
Wenn ich aus dem Fenster meines Büros in der Huntestraße 14A schaue, sehe ich vor mir die Huntestraße, den "Jordan" ("Teich" mit Springbrunnen) und dahinter die kaiserliche Post. Seitlich links sind die "Schlosshöfe", seitlich rechts ist die Gastronomie auf dem Stautorkreisel im Blick.- "gefühlte" Zugeörigkeit: Innenstadt
- historische = amtliche Zuordnung: Osternburg
- Mein privates Zuhause in 26122 Oldenburg
Das relativ neue Wohnquartier "Alter Stadthafen" (Nordseite der Hunte, Bebauung ab 2013) basiert insbesondere auf dem Gebiet des ehemaligen Schlachthofs. ... und die Zuordnung? Donnerschwee, Innenstadt / Bahnhofsviertel oder ...?"- gefühlte" Zugeörigkeit: eigenständig als WohnQuartier "Alter Stadthafen"
- historische Zuordnung: schwierig, da früher kein WohnQuartier
- aktuelle Zuordnung: wohl Innenstadt ... Fragestellung: lag der Schlachthof früher etwa auch in der Innenstadt? ;-)
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Bezirk, Stadtteil, Wohnviertel ... – Hauptsache Heimat!
Rechtlich gesehen sind größere Städte durch die Gemeindeordnungen der Bundesländer oft dazu verpflichtet, ihr Gebiet in formelle Stadtbezirke zu untergliedern. Im alltäglichen Sprachgebrauch schert sich darum jedoch kaum jemand: Wir nutzen das Wort „Stadtteil“ ganz intuitiv – völlig egal, ob damit ein offizieller Verwaltungsbezirk oder ein historisch gewachsenes Viertel gemeint ist.
Am Ende ist ein Stadtteil in Oldenburg eben genau das, was die Menschen vor Ort daraus machen: Ein Stück Heimat mit fließenden Grenzen.
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Kontaktieren Sie mich

RICHARD HEYEN
Diplom Ökonom, Immobilienmakler seit 1995
Telefon: 0441 96972060
Mobil: 0177 4855822
E-Mail: info@heyen-immobilien.de
Anschrift:
HEYEN Immobilien GmbH
Huntestraße 14a
26135 Oldenburg (Oldb)

