Berichte der NWZ über den sogenannten "Weißen Campus" in Oldenburg

Bericht von NWZ-Online vom 17.11.2012

Zukunft des Stadtteils liegt in der Medizin

Weißer Campus könnte mit neuem Studiengang aus Kreyenbrück Impulsquartier machen

Es gibt verschiedene Modelle. Alle kreisen um das AEG-Gelände und um die Anbindung des Klinikums an Cloppenburger Straße oder Autobahn.

von Michael Exner



Kreyenbrück Die Zukunft des Stadtsüdens liegt in der Medizin. Das Projekt des „Weißen Campus“ könnte Kreyenbrück zum Impulsquartier für die Stadtentwicklung machen.

Dazu gibt es erste Signale: Der „Weiße Campus“ stellt die Stadt zwar vor verkehrstechnische Herausforderungen, wird aber Kreyenbrück zum Zukunftsstandort formen. Das zumindest war das Ergebnis eines zweitägigen Workshops von Städteplanern, Architekten und Medizinern vor einigen Wochen in Oldenburg.

Der „Weiße Campus“ ist ein ambitioniertes Projekt im Zuge der neuen European Medical School (EMS), die mit diesem Wintersemester ihren Betrieb aufgenommen hat. Das Stadtentwicklungsprogramm „step 2025“ sieht ihn in Kreyenbrück. Entwickelt werden soll der Mix aus Forschungsstätten, medizinischer Dienstleistung, Reha-Einrichtungen aber auch Wohnen und Versorgung rund um das Klinikum – mit Einbeziehung des ehemaligen AEG-Geländes. Dabei ist dessen künftige Funktion allerdings noch nicht konkret bestimmt.

Als Einstieg hatte das Stadtplanungsamt eines der regelmäßigen Treffen mit den Groninger Kollegen um einen hochkarätigen Expertenkreis erweitert und die Ideenentwicklung in Sachen Campus in den Mittelpunkt gestellt. Gefragt waren Visionen mit realem Kern – und die gab es reichlich.

In vier Gruppen hatten sich die Experten mit der Aufgabenstellung befasst und durchaus unterschiedliche Modelle entwickelt. Erstes Ergebnis: Alle vier Gruppen messen der Erreichbarkeit des Klinikums hohe Priorität zu und plädieren unter Stichworte wie Adressbildung oder Eintrittskarte übereinstimmend für eine Anbindung des Komplexes an die Cloppenburger Straße. Das würde ein geografisches Problem bereinigen: Dass der größte Arbeitgeber der Stadt in der dritten Reihe residiert, hat dessen scheidender Geschäftsführer Rudolf Mintrop stets beklagt.

Eine Anbindung des Klinikums an die A 28 ist ein weiterer Gedanke. Zwei Modelle haben die Straße „An den Voßbergen“ genauer ins Visier genommen; eines möchte sie in der Mitte sperren, ein zweites zum Boulevard umgestalten. Der Klingenbergplatz soll eine neue Rolle bekommen.

Dreh- und Angelpunkt der gesamten Planung ist die Entwicklung des AEG-Geländes – entweder als Campus- oder als Auffangstandort, wenn der Campus rund um Klinikum und Reha-Zentrum angelegt werden sollte.

Ein Experte, EMS-Prodekan Prof. Dr. Hans-Rudolf Raab, sieht das Projekt des Weißen Campus als „Meilenstein zur langfristigen Sicherung der Uni-Medizin“.

Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg (Oldb.)
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Bericht von NWZ-Online vom 14.11.2012

Diakonie baut Suchtklinik

Investition in Höhe von zehn Millionen Euro

Kreyenbrück Der erste Krankenhausneubau wird nun in Kreyenbrück im Zusammenhang mit dem sogenannten Weißen Campus geplant. Im Zuge der European Medical School konzentrieren sich dort medizinische Einrichtungen und Forschungsstandorte. Wie der Leiter der Suchtklinik des Oldenburger Landes, Chefarzt Dr. Wolfgang Schmidt, angekündigt hatte, will die Diakonie in Oldenburg eine Suchtklinik mit 75 bis 100 Plätzen bauen (NWZ  berichtete).

Investieren will die Diakonie für den Neubau mehr als zehn Millionen Euro. Mit dem Baubeginn wird im Frühjahr 2013 auf einer Industriebrache an der Ecke der Straßen Schellenberg/Alter Postweg gerechnet. Vorgesehen sind 80 stationäre und 20 ambulante Therapieplätze für Suchtpatienten. Dabei soll es sich vorwiegend um alkohol- oder tablettenabhängige Patienten sowie Spielsüchtige handeln. Auch von Hartdrogenabhängigen war die Rede.

Geschlossen werden sollen im Gegenzug die Suchtklinik an der Ofener Straße und jene in Neerstedt (Landkreis Oldenburg). Wie der stellvertretende Klinikchef in Neerstedt, Walter Behrens, bereits im Frühjahr erklärte, hatte man vergeblich versucht, den Standort zu halten. Doch der Rentenversicherungsträger hatte den Standort als zu klein und abgelegen abgelehnt und stattdessen einen zentralen in Oldenburg gefordert. Als Kriterium war damals die maximale Entfernung von 20 Minuten vom Oldenburger Stadtkern aufgestellt worden.

Der stv. Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung, Christian Wolff, begrüßt die neue Entwicklung. „Wir werden im Oldenburger Land längst überfällige Strukturen modernisieren und an die bundeseinheitlichen Vorgaben heranführen. Mit den derzeit vorhandenen Angeboten bleiben wir weit unter den Therapiemöglichkeiten, die anderswo schon verwirklicht werden“, sagte er.

Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg (Oldb.)
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